9.6.2. Förderband e.V.

 
Das Förderband wurde 1979 vom BDKJ Mannheim initiiert, um junge Menschen, denen Ausgrenzung droht vom Rande in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Der Förderband e.V. ist ein kirchlicher Verein. Grundlage der Arbeit ist die katholische Soziallehre mit Solidarität, Subsidiarität, Personalität und die Aussagen zur Jugendarbeit der Würzburger Synode von 1975. Wir sind insbesondere dem „personalen Angebot“ als Grundlage unserer Arbeit verpflichtet. Unsere 50 Mitarbeitenden verstehen sich als begleitende und unterstützende Personen für die rund 1.000 Jugendliche, die wir jährlich begleiten.
Das Förderband ist in den Bereichen Schulsozialarbeit, Jugendsozialarbeit, Jugendberufshilfe, schulische und außerschulische Bildung, Berufsbildung und Beratung für schwerbehinderte Menschen tätig. Diese Bandbreite wurde und wird kontinuierlich aus den jeweils aktuellen Erfahrungen mit jungen Menschen (weiter)entwickelt. Kernkompetenz der Kirche sollte sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und daraus ins Handeln zu kommen. Diesem Grundsatz aus dem 2. Vatikanischen Konzil stellt sich auch das Förderband, indem es sich durch die Erfahrungen bei der Arbeit mit jungen Menschen immer weiterentwickelt und verändert.
Unsere Angebote sind so miteinander abgestimmt und verzahnt, dass sie eine Hilfekette von der Vorabgangsklasse der allgemeinbildenden Schulen, über Berufsvorbereitung, Ausbildung bis in Arbeit bilden. Dadurch wird eine selbstständige und eigenverantwortliche gesellschaftlichen Teilhabe ermöglicht und Ausgrenzung vermieden.
Die Arbeit des Förderband e.V. ist zu über 97% über öffentliche Zuschüsse von Stadt Mannheim, Land Baden-Württemberg, Europäischer Union, Bund und zu einem kleinen Teil von Stiftungen finanziert. Unser Gebäude ist von der Stadt Mannheim langfristig angemietet, wurde durch uns generalsaniert (2002) und bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Durch den Förderband e.V., der eine feste, anerkannte und wertgeschätzte Größe in der Jugendarbeit in der Stadt Mannheim darstellt, werden Jugendliche unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Nationalität, Religion und Kultur erreicht und unterstützt, die sonst nicht durch Angebote der Kirche erreicht werden. Sie schätzen diese Unterstützung und Begleitung sehr und erleben das Förderband und darüber Kirche als zugewandt sehr positiv.

Ziele / Zielgruppe

Wir arbeiten mit Jugendlichen an den Rändern unserer Gesellschaft und befähigen sie über Ausbildung zu einem selbstbestimmten und von Transferleistungen unabhängigen Leben. Besonders werden von uns angesprochen SchülerInnen mit dem Förderbedarf Lernen. Aber auch Jugendliche mit multiplen Problemlagen oder sozialer Benachteiligung werden über unsere Mitarbeitenden erreicht und gefördert. (SchülerInnen, Auszubildende, Schwerbehinderte, MigrantInnen, Geflüchtete, SozialhilfeempfängerInnen, Straffällige…)
Die Ziele orientieren sich an den Prinzipien der Katholischen Soziallehre. Allen voran setzen wir Personalität, Solidarität, Subsidiarität und Option für die Armen um. Konkret ist unser Ziel möglichst viele benachteiligte Mannheimer Jugendliche über Ausbildung zu einer selbstständigen Lebensführung in unserer Gesellschaft zu führen. Unabhängig von Ausbildung und Arbeit werden Jugendliche ganzheitlich bei der Bewältigung des Alltags unterstützt.
Spezifisch: Das Förderband (und damit auch die Kirche!) erreicht Jugendliche -also die Zukunft unserer Gesellschaft- die von anderen kirchlichen Einrichtungen und Gruppen nicht oder wenig erreicht werden
Messbar: Pro Jahr machen wir ca. 1.000 Jugendlichen erfahrbar, dass Kirche ihnen weiterhilft, sich allen Menschen helfend zuwendet und z.B. über das Förderband positiv wirkt.
Ausführbar: Wir arbeiten seit 1979 in der Jugendarbeit / Jugendberufshilfe und planen dies auch weiterhin zu tun.
Realistisch: Jugendliche, die es aufgrund multipler Problemlagen oder Hemmnisse schwer haben, ohne Unterstützung in Ausbildung und Beruf zu starten wird es immer geben- die Zahlen sind seit mehreren Jahren gleich.
Terminiert: Auch über 2030 hinaus werden junge Menschen Hilfe brauchen und der Kirche steht es sehr gut an, sich dieser wichtige Aufgabe für die Gesellschaft anzunehmen.

Inhalte/ Tätigkeiten/ Maßnahmen, die sich aus den Zielen ergeben

Arbeitsweise:
  • personal (Beziehungsaufbau zwischen Jugendlichen und Mitarbeitenden); das Personale Angebot gilt gleichermaßen auch für Mitarbeitende (z.B. Anwendung der AVO der Erzdiözese Freiburg) und Kooperationspartner: Diese erleben uns - und damit einen kirchlicher Träger - seit Jahrzehnten als kompetenten und verlässlichen Partner
  • Aufsuchend, niedrigschwellig (mobile Arbeit, Hausbesuche)
  • Ganzheitlich, Eltern und Bezugspersonen werden einbezogen, Jugendliche werden nicht nur als SchülerInnen oder Auszubildende sondern in ihrer gesamten Person wahrgenommen
  • Gut vernetzt mit allen relevanten AkteurInnen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene
Um Teilhabe für junge Menschen zu ermöglichen, haben wir ein sehr komplexes personen- und problemorientiertes Unterstützungsangebot entwickelt. Dazu gehört auch, dass wir uns von alten, nicht mehr adäquaten Angeboten trennen.

Bedarf an Räumlichkeiten

Kein Bedarf, da eigene Anmietung von der Stadt Mannheim in D4,4

Personelle Ressourcen (haupt- und ehrenamtlich)

Der 1. Vorsitzende des Förderband e.V. wird in seiner Funktion als Geschäftsführer des Haus der Jugend bis zum 31.10.2024 von der Erzdiözese Freiburg und der römisch-katholischen Gesamtkirchengemeinde Mannheim finanziert. Die weitere Zukunft ist ungewiss.
Die Finanzierung einer solchen Stelle ist für den Förderband e.V. auch zukünftig sehr wichtig, da uns diese kirchlichen Mittel ermöglichen, weiterhin Angebote für junge Erwachsene zu machen, über die i.d.R. keine Overheadkosten finanziert werden können und uns auf innovative Projekte, die unsere Hilfekette optimieren aber einen Eigenanteil voraussetzen, zu bewerben.

Finanzielle Ressourcen

100.000€ / Jahr (für den 1. Vorsitzenden des Förderbandes)