5.6. Hochschulpastoral
KHG – Katholische Hochschulgemeinde Mannheim
Die Katholische Hochschulgemeinde Mannheim (KHG) ist ein Ort, an dem junge Christ:innen, die in Mannheim studieren und forschen, den christlichen Glauben reflektieren, leben und feiern können. Sie bietet Raum für Austausch und Gemeinschaft, sowie Möglichkeiten des (sozialen) Engagements. Darüber hinaus unterstützt die KHG Studierende durch Seelsorge, Beratung, finanzielle Hilfen bei Notfällen und durch Vermittlung von Stipendien. Die KHG ist eine unselbständige Einrichtung des Ordinariats Freiburg und darin der Hauptabteilung 3 Bildung/ Referat Hochschulen, Hochschulpastoral, Studienbegleitung Lehramtsstudierende zugeordnet.
Die KHG bietet Studierenden die Möglichkeit, über die eigene Hochschule oder Fachrichtung hinaus, andere Menschen kennenzulernen und sich mit ihnen über „Gott und die Welt“ auszutauschen. Viele schätzen die KHG zudem als Freiraum, an dem sie sich – im Gegensatz zum Unialltag – frei von Prüfungsstress und Leistungsdruck ausprobieren und anvertrauen können.
Spezifika der Hochschulpastoral:
- Hochschulpastoral als Ort der Begegnung: Mensch, Glaube und Wissenschaft im Kontext der Hochschulen. Die Begegnungsräume sind auf den akademischen Kontext (außerhalb der klassischen kirchlichen Räume) und auf die hochdynamische Lebenswelt Studierender und Hochschulangehöriger zugeschnitten.
- Hochschulpastoral ist erlebbar als von der Kirche gebotener Freiraum für Studierende, Akademiker:innen, der Kirche Nah- und Fernstehende und wird als solcher von der Institution Universität wahrgenommen und geschätzt.
- Hochschulpastoral als Ort der reflexiven, wissenschaftlich und akademisch verantworteten Auseinandersetzung mit dem Glauben bzw. der Glaubensvertiefung.
- Hochschulpastoral als Ort im Schnittmengenbereich zwischen Pastoral/Soziales und Bildung. Wirkungsräume werden zu einem bedeutenden Teil mit passgenauen Bildungsangeboten erschlossen.
- Hochschulpastoral als Teil und zugleich selbstgesetztes Gegenüber von Kirche („seismographische Funktion“). Kirche erlaubt und ermöglicht an den Hochschulen (oft Vorreiter gesellschaftlicher Entwicklungen) ein Modell ihrer selbst, um selbstreflexiv zu lernen und sich weiterzuentwickeln.
Hochschulpastoral hat Modellcharakter und Pionierpotential für Kirche und Pastoral:
- Hochschulpastoral ist ein Experimentierfeld der „Kirche von morgen“ (z.B. projekthaftes Engagement von Ehrenamtlichen/Studierenden, viel Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit/Social Media)
- Schon jetzt: vielfältige Leitungsmodelle (in der Erzdiözese Leitung von KHGen durch Priester und Laien, Frauen und Männer, derzeit alle Pastoralreferent:innen)
- Multiprofessionelle Teams
- Aufgrund der Zielgruppen (Studierende/Forschende/Lehrende): Seismograph gesellschaftlicher Entwicklungen und deren Bearbeitung in Theologie und Pastoral (z.B. Klimakrise, queere Menschen) und direktere Konfrontation mit abnehmender Kirchenbindung
- Viel Erfahrung mit „passagerer Pastoral“: hohe Fluktuation und kurze Verweildauern
Ziele / Zielgruppe
Mit der Beschreibung des Arbeitsbereichs (siehe vorheriger Abschnitt) wird deutlich, inwiefern die KHG zum Erreichen des Zukunftsbilds beitragen.
Bezug zum Vortrag von Dr. David Gutmann (28.11.2023, Ignatiussaal):
- An zwölf staatlichen und privaten Hochschulen (u.a. Universität Mannheim, Hochschule Mannheim, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Popakademie, u.a.) studieren in Mannheim fast 31.000 Studierende. Dazu kommen Lehrende und weitere Mitarbeitende der Hochschulen.
- Ein Engagement der Katholischen Kirche in diesem für die Stadt Mannheim so vital wichtigen Umfeld ist unerlässlich.
Inhalte/ Tätigkeiten/ Maßnahmen, die sich aus den Zielen ergeben
Hochschulpastorales Arbeiten umfasst verschiedene Schwerpunkte und Angebote:
- Spiritualität:
- Zielgruppengerechte Gottesdienste (versch. Liturgische Formen, Sprache und Musik von heute, inhaltliche Relevanz, Priester und PRef gemeinsam und auf Augenhöhe)
- (Pilger-)Reisen als geistliche Intensivzeiten (z.B. Heiliges Land, Kloster, Rom)
- Soziales und Engagement:
- KHG als Freiraum, eigene Ideen erproben zu können
- Kooperationen mit youngcaritas, Wohnungslosenhilfe, Flüchtlingshilfe
- Freizeit und Kreativität:
- KHG ist im Gegensatz zur Uni frei von Prüfungsstress und Leistungsdruck
- Gelegenheit Studierende anderer Fakultäten und Hochschulen kennenzulernen
- Glauben diskutieren und reflektieren:
- Vom kindlichen Glauben zum erwachsenen Glauben
- Theologische Bildung
- Diskussionsplattform für theologische und gesellschaftliche Themen
- Ökumene und Interreligiöses:
- Enge Zusammenarbeit mit der Ankerstelle/ESG
- Kontakt zur Muslimischen Hochschulgruppe
- Auch Studierende anderer Konfessionen finden in der KHG Anschluss
- Katholisch & queer:
- Queeren Katholik:innen einen safer space bieten
- Queer-theologische Bildung und Auseinandersetzung
- Beratung und Hilfe:
- Notfonds zur Unterstützung in finanziellen Notfällen
- Beratung
- Seelsorgerliches Gespräch
- Schlichtung und Vermittlung bei Konflikten (z.B. im Wohnheim)
- Weitervermittlung zu anderen Stellen (z.B. zu SkF bei Schwangerschaft)
- Mitarbeit im Auswahlprozess der Stipendienwerke Cusanuswerk, AMHV, KAAD
Die Zielgruppe ist hoch anspruchsvoll, was ein Arbeiten auf hohem qualitativen Niveau erfordert:
- Kommunikativ
- Theologisch
- Hohe Qualität in Grafik, Werbung, Social Media-Komeptenz usw.
Bedarf an Räumlichkeiten
- Benötigte Räume:
- Büros/Arbeitsplätze
- Küche
- Gesprächsraum
- Gruppenraum
- Kapelle
- Ausstattung:
- Moderne bzw. zeitlose Ästhetik
- Zentrale Lage (ÖPNV), auch spät abends und nachts!
- WLAN und digitale Ausstattung
- Liturgischer Raum: Flexibilität muss möglich sein (z.B. in der Bestuhlung)
- Die räumliche Nähe zu Studierenden bzw. studentischen Lebenswelten ist unbedingt notwendig (in einem Wohnheim, in Uni-Nähe): KHG muss im Alltag Studierender präsent sein können
- Wenn Saalbedarf: geht auch über Miete oder Mehrfachnutzung
Personelle Ressourcen (haupt- und ehrenamtlich)
- Insgesamt mind. 300-400 % Hauptamt in multiprofessionellem Team
- Zusätzlich: Sekretariat und studentische Hilfskräfte (Tutor:innen-Stellen)
Finanzielle Ressourcen
Zwei Posten:
- Kosten für Personal, Büros/Arbeitsplätze & technische Ausstattung
- Darüber hinaus eigenes Budget für den Arbeitsbereich: 25 000 bis 30 000 € pro Jahr (hohen Anteil werden professionelle Grafik und Kommunikation ausmachen)
Als Einrichtung der Erzdiözese wird die KHG komplett über die HA3 bzw das Bistum finanziert. Spannend für die Kirchenentwicklung Mannheim wird es insofern, als dass noch nicht klar ist, ob die Hochschulpastoral beim Bistum bleibt oder ob sie in die Pfarrei neu integriert wird (was hieße, dass Personal und Budget im Pastoralplan eingeplant werden müssten).
Wann diese Entscheidung fällt, ist nicht klar. Sie könnte evtl. im 1. Quartal 2024 fallen.
Wann diese Entscheidung fällt, ist nicht klar. Sie könnte evtl. im 1. Quartal 2024 fallen.
