4.1. Kirchort Jugend

 

Ziele des Teilprojekts Jugend 

Das Teilprojekt Jugend im Stadtdekanat Mannheim verfolgt ein facettenreiches Zielsetzungsspektrum. An erster Stelle steht die gründliche Erfassung der Lebenssituation junger Menschen in der Region sowie die eingehende Bewertung ausgewählter Lebensbereiche. Dabei fokussiert sich das Teilprojekt darauf, die Positionierung der Katholischen Kirche im Stadtdekanat Mannheim zu optimieren und auf die Bedürfnisse der Jugend auszurichten.
Das übergeordnete Ziel des Teilprojekts besteht darin, präzise Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Diese Empfehlungen sollen sicherstellen, dass die Katholische Kirche im Stadtdekanat Mannheim mit Effektivität und Sensibilität auf die vielschichtigen Bedürfnisse der Jugend reagiert, offen für Innovative Vorschläge für Strukturen und Prozesse, die eine erfolgreiche Gestaltung der Jugendkirche ermöglichen und eine nachhaltige Integration in die Gemeinde gewährleisten.
 
Inhaltliche Schwerpunkte der kirchlichen Jugendarbeit im Dekanat Mannheim
• Schulische Angebote: religionspädagogische Angebote, Kooperation mit Schülerreferat  Hauptamtliche Ressourcen
• Freizeitangebote: regelmäßig stattfindende Angebote, Ferienlager/Freizeiten  Ehrenamtliche Ressourcen, dezentral
• Bildung: Angebote zur Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit (Grundkurs, Präventionsschulungen, u.a.)  Hauptamtliche Ressourcen
• Spirituelle Angebote: Jugendgottesdienste (mit/ohne Eucharistie), Versöhnungsabende  Hauptamtliche Ressourcen
• Vernetzung und Begleitung u.a. von bestehenden Gruppierungen, in die pastoralen Zentren und mit weiteren Akteur:innen der Jugendarbeit -> Hauptamtliche Ressourcen

Personelle Ressourcen (Haupt- und Ehrenamt)

• mit theologischer bzw. pädagogischer Ausbildung (Jugendseelsorger:in; Jugendreferent:in; Bildungsreferent:in): mind. 3,5 Vollzeitstellen
• FSJ: mind. 2 Vollzeitstellen
• Sekretariat: mind. 80% einer Vollzeitstelle
• Gruppenleiter*innen in den jeweiligen Gruppierungen vor Ort (ehrenamtlich)
• Engagierte auf Ebene der Pfarrei Neu (ehrenamtlich)

Räumlichkeiten und weitere Ressourcen

• Gruppenräume für die Gruppierungen vor Ort
• Mobiles Angebot z.B. in Form eines Busses: Unterstützung der Jugendarbeit vor Ort, Aufsuchende Jugendarbeit
• Ein kirchliches Jugendzentrum: gute Erreichbarkeit, Büros, Lager, Räume für zentrale Angebote, Freiraum für Jugendliche, multifunktionaler und kreativ nutzbarer Kirchenraum
 
Darstellung eines Vergleichs von den zwei möglichen Standorten:
1.    St. Nikolaus, Hansastraße 1, 68169 Mannheim-Neckarstadt
2.    St. Josef, Bellenstraße 65, 68163 Mannheim-Lindenhof
 
Standort St. Nikolaus
Pro
•    Ostergarten-Erfahrung: Bereits existierende Berührungspunkte mit der Jugendkirche.
•    Toller Gemeindesaal: Ein herausragender Raum für verschiedene Veranstaltungen.
•    Nutzbare Räumlichkeiten: Vielseitig einsetzbare Räume für unterschiedliche Bedürfnisse.
•    Kooperationen und Anbindung: Zusammenarbeit mit dem Schülerreferat und gute Erreichbarkeit.
•    Flexibler Kirchenraum und Lagerräume: Experimentelle Gestaltungsmöglichkeiten und ausreichend Stauraum.
•    Bürokapazitäten: Aussicht auf bezugsfertige Büros im nächsten Jahr.

Kontra
•    Standort/Bekanntheit: Mögliche Herausforderungen bezüglich des Standorts und der Bekanntheit.
•    Infrastruktur/Standort-Peripherie: Fragezeichen hinsichtlich der Peripherie des Standorts.
 
Standort St. Josef
Pro
•    Nähe zu Maria Hilf: Günstige geografische Lage in Bezug auf die Nähe zu Maria Hilf.
•    Gebäudeensemble Kirche-Garten-Pfarrhaus: Es bietet verschiedene Nutzungsmöglichkeiten.
•    Infrastruktur/Standort: Gute Infrastruktur und günstige Lage.
•    Bibliothek: Solche vorhandenen Einrichtungen können ergänzende Angebote für junge Menschen schaffen.
•    Flexibilität bei Bürogestaltung: Die Möglichkeit zur flexiblen Einrichtung der Büros.
•    Jugendräume: Bereits vorhandene Räumlichkeiten, die speziell für junge Menschen geeignet sind.

Kontra
    •    Offenheit der Gemeinde und Gremien: Offene Fragen bezüglich der Bereitschaft der Gemeinde und Gremien für das Jugendprojekt.
•    Besitzansprüche der Räumlichkeiten: Unsicherheit hinsichtlich möglicher Besitzansprüche an den Räumlichkeiten.
•    Unsicherheit bezüglich der neuen Orgel: Fragezeichen hinsichtlich des Schicksals der neuen Orgel.
 
Fazit:
Abschließend festigt sich eine eindeutige Grundhaltung, welche die sorgfältige Evaluation der beiden potenziellen Standorte St. Nikolaus und St. Josef durch das Teilprojekt Jugend im Stadtdekanat Mannheim unterstreicht. Obschon für St. Nikolaus eine Reihe positiver Merkmale, wie beispielsweise bestehende Berührungspunkte durch den Ostergarten, ein herausragender Gemeindesaal und vielseitig nutzbare Räumlichkeiten, sprechen, wird die Gesamtsituation des Standorts, insbesondere im Kontext der Standort-Peripherie, differenziert betrachtet.
In kontrastierendem Gegensatz dazu präsentiert sich der Standort St. Josef als eine überlegene Option, trotz einiger bestehender Unsicherheiten. Die infrastrukturellen Gegebenheiten des Standorts St. Josef, angefangen bei einer guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel bis hin zu den Jugendräumen, tragen grundlegend zur Attraktivität dieses Standorts bei. Diese Faktoren lassen St. Josef nicht nur als einen Raum für liturgische Aktivitäten, sondern auch als ein dynamisches Zentrum für jugendorientierte Veranstaltungen und spirituellen Austausch erscheinen. Besonders bedeutsam ist die Einbindung in die Umgebung. Bei einer langfristigen Betrachtung, unter Berücksichtigung der prognostizierten Entwicklung des Lindenhofs, zeichnet sich St. Josef als ein Ort mit familiärer Atmosphäre und jugendlicher Ausrichtung ab. Diese Gesichtspunkte betonen nicht nur die geografische Überlegenheit von St. Josef, sowohl in der Gegenwart als auch mit Blick auf die Zukunft.
In dieser systematischen Analyse kristallisiert sich somit heraus, dass trotz einiger positiver Aspekte für St. Nikolaus die Gesamtheit der Gegebenheiten und Potenziale für das Jugendprojekt eine kohärentere Perspektive in Richtung St. Josef lenkt. Dabei wird betont, dass Entscheidungsfindung eine tragende Rolle bei der Standortauswahl für die Jugendkirche im Stadtdekanat Mannheim einnimmt.

Offene Fragen bei Konkretisierung des Projekts:

Leitungskompetenz: Wenn sich die Jugendkirche und eine traditionelle Gemeinde einen Versammlungsort teilen, braucht es eine genaue Definition der Leitungskompetenzen (bspw. bei Fragen der räumlichen Gestaltung oder von Belegungszeiten)
Schnelligkeit der Realisierbarkeit: Die zeitliche Realisierbarkeit des Projekts muss konkretisiert werden, um einen klaren Umsetzungsplan zu entwickeln.
Mitnahme von Dingen: Es ist notwendig festzulegen, welche Dinge aus den bisherigen Standorten mitgenommen werden können und sollen.