10.2 Leitungs- und Führungskultur
Begriffsklärung:
Führung und Leitung bedeuten Handeln im beruflichen Kontext. Es geht...
…beim Führen um die Aufgabe als Führungskraft für die Personalführung und -förderung Haupt- oder Ehrenamtlicher zuständig zu sein.
…beim Leiten um die Aufgabe, die Kirchengemeinde oder die Einrichtung der Kirchengemeinde als Organisation unter Beachtung aller relevanten Faktoren zu steuern.
Vereinfacht ausgedrückt: Während es sich bei Führung vorrangig um eine Interaktionsbeziehung handelt, nimmt Leitung die (Gesamt-) Organisation in den Blick.
Führen heißt:
- Im beruflichen Umfeld
- andere Menschen
- wertschätzend und
- zielgerichtet
- in einer spezifischen Situation
- dazu bewegen,
- Aufgaben zu übernehmen und erfolgreich auszuführen.
Das heißt es gibt in der Regel eine oder einen Führungsverantwortlichen, d.h. eine Person, deren beruflicher Auftrag es ist, andere zu führen. Das heißt es handelt sich um eine professionelle Rolle! Führungsgrundsätze sind Transparenz und Erkennbarkeit. Das bedeutet: Die Führungskraft macht den Mitarbeitenden transparent und deutlich erkennbar, welches ihre eigenen Prämissen und Wertentscheidungen sind und durch welche Brille sie ihn anschaut (Menschenbild, Ethik, Kirchenbild, ...).
Leiten heißt:
- Die Kirchengemeinde oder Einrichtung der Kirchengemeinde
- als Objekt von Strategie und Planung begreifen und
- in einer vorfindlichen Situation
- geeignete Lenkungsmittel benutzen, um
- das Überleben zu sichern und
- die Zukunft zu gestalten.
Der Blickwinkel verändert sich dadurch und der einzelne Mitarbeitende tritt in der Perspektive hinter die Bedürfnisse der Organisation zurück.
Ansatzpunkt des Leitungshandelns ist die konkrete Situation, in der die Organisation sich zu einem Einfluss von innen oder außen verhalten muss. Die Ziele sind dabei nicht beliebig, sondern dem kirchlichen Leitungsverantwortlichen in aller Regel vorgegeben: Das Überleben und das Wachsen der kirchlichen Organisation zu sichern. Das heißt Visionär gestalten nicht verwalten!
Nach: Chef sein im Haus des Herrn. Führen und Leiten in der Kirche, eine Praxishilfe, Gütersloh 2003, 44-46 und 52-54
Welche Anforderungen werden an die Führungskräfte in der Pfarrei neu Mannheim gestellt?
Transformationale Führung - das bedeutet:
- Handle als Vorbild
- Inspiriere
- Rege zum Mitdenken an
- Coache jede(n) individuell
"Die erste und vorrangige Aufgabe von Führungskräften ist es, sich um ihre eigene Energie zu kümmern und dann zu helfen, die Energie anderer nutzbar zu machen."
Peter Drucker
